{"id":49660,"date":"2023-02-01T12:04:00","date_gmt":"2023-02-01T11:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/metropolenforschung.uaruhr.de\/?p=49660"},"modified":"2026-04-09T10:49:28","modified_gmt":"2026-04-09T08:49:28","slug":"hybrider-4-komet-tag-beschaeftigte-sich-mit-urbaner-komplexitaet-dokumentation-der-vortraege-und-zusammenfassung-des-tages-jetzt-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/metropolenforschung.uaruhr.de\/en\/hybrider-4-komet-tag-beschaeftigte-sich-mit-urbaner-komplexitaet-dokumentation-der-vortraege-und-zusammenfassung-des-tages-jetzt-online\/","title":{"rendered":"Hybrider 4. KoMet-Tag besch\u00e4ftigte sich mit Urbaner Komplexit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><strong>2022 Jahr richtete das Kompetenzfeld Metropolenforschung (KoMet) mit Unterst\u00fctzung der Stiftung Mercator, der Emschergenossenschaft und der NRW.BANK den 4. KoMet-Tag zum Thema \u201eUrbane Komplexit\u00e4t \u2013 Komplexit\u00e4ts- und transformationswissenschaftliche Perspektiven auf die nachhaltige Stadtentwicklung\u201c aus.<\/strong><br><strong><br><\/strong>St\u00e4dte sind komplexe adaptive Systeme. Konstitutives Element sind die vielf\u00e4ltigen Interaktionen heterogener Akteur:innen, deren Verhalten sich im Zeitverlauf ver\u00e4ndert, weil sie auf das Agieren anderer Akteur:innen und an ver\u00e4nderte Umweltbedingungen reagieren. Weltweit werden St\u00e4dte seit den 1980er Jahren aus komplexit\u00e4tswissenschaftlicher Perspektive erforscht. Ziel ist es, ein besseres Verst\u00e4ndnis davon zu erlangen, wie St\u00e4dte entstehen, sich entwickeln, wachsen oder schrumpfen, was soziale und technische Innovationen in St\u00e4dten f\u00f6rdert oder hemmt und welche Planungs- und Steuerungsinstrumente f\u00fcr deren Gestaltung vonn\u00f6ten sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund des Primats der Nachhaltigkeit r\u00fcckt besonders die Transformationsf\u00e4higkeit urbaner R\u00e4ume verst\u00e4rkt in den Fokus. Die damit verbundenen Herausforderungen sind \u201ewicked problems\u201c, das hei\u00dft, sie sind durch hohe Komplexit\u00e4t, Unsicherheit und die Divergenz von Werten und Zielvorstellungen gepr\u00e4gt. Deren Bearbeitung macht ein ad\u00e4quates Instrumentarium zum Umgang mit Komplexit\u00e4t und Unsicherheit erforderlich. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen divergierende Zielvorstellungen der Akteur:innen und daraus resultierende Konflikte adressiert werden. Partizipative Ans\u00e4tze der Transformationsforschung leisten dazu einen wichtigen Beitrag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auftakt und Einf\u00fchrung&nbsp;<\/strong><em>Thorsten Wiechmann (TU DO\/KoMet-Sprecher), Uli Paetzel (EGLV), Birgit Maria Roscyzk (NRW.BANK), Michael Roos (RUB\/KoMet)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Thorsten Wiechmann, Uli Paetzel und Birgit Maria Roscyzk betonten in ihren Gru\u00dfworten \u00fcbereinstimmend, dass es in der Metropole Ruhr trotz eines hohen Transformationspotenzials nach wie vor an der konkreten Umsetzung der Nachhaltigkeitsvorhaben mangele. Daran ankn\u00fcpfend leitete Michael Roos inhaltlich in die Konferenz ein. Er begann seine Einf\u00fchrung mit der These, dass der Angang der Transformation f\u00fcr die Metropole Ruhr von gro\u00dfer Bedeutung sei. Die St\u00e4dte der Metropole Ruhr s\u00e4hen sich durch den Strukturwandel, die fortschreitende Digitalisierung, den demographischen Wandel und vor allem den Klimawandel einem hohen Innovationsdruck ausgesetzt. Er beschrieb St\u00e4dte als komplexe adaptive Systeme, deren transformative Entwicklungen kontext- sowie pfadabh\u00e4ngig seien und sich durch Nichtlinearit\u00e4t auszeichneten. In St\u00e4dten w\u00fcrden zudem multiple Kausalit\u00e4ten zusammenwirken \u2013 die entstehenden Interdependenzen machten die Planbarkeit zur Herausforderung. Die Konfrontation komplexer adaptiver Systeme mit den zu l\u00f6senden \u201ewicked problems\u201c, die von strukturellen Herausforderungen begleitet w\u00fcrden, legte Michael Roos exemplarisch anhand der Migrations- und Klimakrise dar. Weltweit w\u00fcrden St\u00e4dte aus komplexit\u00e4tswissenschaftlicher Perspektive seit den 1980er Jahren im Hinblick auf diese Eigenschaften erforscht. Im Rahmen des 4. KoMet-Tages stellte Michael Roos vor allem folgende Fragen zur Diskussion: Perspektive Wissenschaft: Was lehrt uns die Komplexit\u00e4tstheorie Neues zum Umgang mit \u201ewicked problems\u201c in den St\u00e4dten? Perspektive Praxis:<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp;<sup><strong>&nbsp;\u25b6<\/strong><\/sup>&nbsp;Was machen wir richtig und falsch im Ruhrgebiet?<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp;<sup><strong>&nbsp;\u25b6<\/strong><\/sup>&nbsp;M\u00fcssen wir st\u00e4dtische Politik und Verwaltung anders denken?<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp;<sup><strong>&nbsp;\u25b6<\/strong><\/sup>&nbsp;Perspektive Wissenschaft und Praxis: Wie m\u00fcssen wir Forschung und Praxis neu\/anders denken, um diese besser zusammenzubringen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>St\u00e4dte als komplexe Systeme&nbsp;<\/strong><em>Diego Rybski (Wuppertal Institut f\u00fcr Klima, Umwelt, Energie)<\/em><br>Diego Rybski beschrieb in seinem Vortrag Metropolen als komplexe Systeme, die durch emergente Eigenschaften charakterisiert seien, die wiederum durch die Interaktion unz\u00e4hliger Entit\u00e4ten fortlaufend entst\u00fcnden. Diese Komplexit\u00e4t veranschaulichte Rybski mittels zweier Beispiele: Einerseits diskutierte er das Zusammenspiel von Stadtgr\u00f6\u00dfenverteilung (Auerbach 1913, Zipf 1949), der Theorie der Zentralen Orte (Christaller 1933) und steigender Skalenertr\u00e4ge in \u00f6konomischen Gr\u00f6\u00dfen in St\u00e4dten (Bettencourt 2007). Andererseits zeigte er die raumbezogene Komplexit\u00e4t urbaner Systeme mittels der der statistischen Physik entliehenen Perkolationstheorie auf. Zwischen zusammenh\u00e4ngenden und fragmentierten Strukturen g\u00e4be es seiner Ansicht nach einen abrupten \u00dcbergang. In diesem Kontext zog Rybski dann auch die 2019 von Behnisch et al. durchgef\u00fchrte Studie des deutschen Geb\u00e4udebestandes zur n\u00e4heren Erl\u00e4uterung heran, die die \u00dcberbauung quantifiziert: Mit 1,5km langen Schritten lie\u00dfen sich bundesweit 99% aller Geb\u00e4ude erreichen. Abschlie\u00dfend f\u00fchrte er aus, dass die \u201ePoints of Inaccessibility\u201c, also die am weitesten von jedweden Geb\u00e4uden entfernten Punkte, in Deutschland \u00fcberwiegend auf Truppen\u00fcbungspl\u00e4tzen zu finden seien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Governance in komplexen adaptiven Systemen&nbsp;<\/strong><em>Lasse Gerrits (Erasmus University Rotterdam)<\/em><br>In seinem Vortrag \u00fcber Governance in und von komplexen adaptiven Systemen betonte Lasse Gerrits die starke Pfadabh\u00e4ngigkeit von Governance-Strukturen. Dies bedeute, dass es immer \u00e4u\u00dferst schwierig sein w\u00fcrde, bei sich schnell \u00e4ndernden Umst\u00e4nden radikale Planungsentscheidungen zu treffen. Der Zufall spiele bei Pfadabh\u00e4ngigkeiten jedoch eine wichtige Rolle, da auf der Grundlage von Zuf\u00e4llen getroffene Entscheidungen auch dann noch Auswirkungen h\u00e4tten, wenn diese Zuf\u00e4lle bereits vergessen worden seien. Dies habe \u2013 so Gerrits \u2013 zur Folge, dass bei st\u00e4dtischen Transformationen sowohl Multi- (gleiche Ausgangsbedingungen, unterschiedliche Ergebnisse) als auch \u00c4quifinalit\u00e4ten (vice versa) auftreten w\u00fcrden. Dies stelle Planer:innen vor erhebliche Schwierigkeiten, die Komplexit\u00e4t der Umst\u00e4nde zu bew\u00e4ltigen. In diesen komplexen Situationen w\u00fcrden die Planer:innen auf ihren eigenen Erfahrungsschatz zur\u00fcckgreifen. Dabei w\u00fcrden verschiedene Heuristiken verwendet, um die eigene Rolle zu erkennen und entsprechend zu handeln. Lasse Gerrits f\u00fchrte aus, dass Erfahrungswissen und Heuristiken bisweilen wirkm\u00e4chtiger seien als formale Planungsverfahren und rechtliche Strukturen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vergabe zweier KoMet-F\u00f6rderpreise&nbsp;<\/strong><em>Uta Hohn (RUB\/KoMet-Sprecherin), Jens Gurr (UDE\/KoMet-Sprecher), Uli Paetzel (EGLV)<\/em><br>Auf dem diesj\u00e4hrigen KoMet-Tag wurde erstmals der KoMet-F\u00f6rderpreis f\u00fcr herausragende Masterarbeiten und Dissertationsschriften, gef\u00f6rdert von der Emschergenossenschaft, durch die KoMet-Sprecher:innen Uta Hohn und Jens Gurr sowie den Vorstandvorsitzenden der Emschergenossenschaft Uli Paetzel vergeben. Pr\u00e4miert wurde die Masterarbeit von Anna-Lena Bergmann (RUB) mit dem Titel \u201eEssen 51. \u2013 das Quartier von morgen in der Stadt von heute. Die Entwicklung neuer Stadtquartiere und deren Einbettung in den Stadtraum\u201c. Helen Wagner (UDE) wurde f\u00fcr ihre Dissertationsschrift zum Thema \u201eVergangenheit als Zukunft? Geschichtskultur als Feld von Zukunftshandeln zum Management strukturellen Wandels im Ruhrgebiet\u201c ausgezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Technologische und soziale Innovationen \u2013 Grenzen und Komplementarit\u00e4ten bei der nachhaltigen Transformation von St\u00e4dten&nbsp;<\/strong><em>1. Claudia Binder (\u00c9cole polytechnique f\u00e9d\u00e9rale de Lausanne &#8211; EPFL)<\/em><br>Claudia Binder stellte in ihrem Vortrag, der sich aus sozialwissenschaftlicher Perspektive den Grenzen und Komplementarit\u00e4ten bei der nachhaltigen Transformation von St\u00e4dten ann\u00e4herte, die Frage nach Kipppunkten in sozio-technisch-\u00f6kologischen Systemen. Aus der Vergangenheit k\u00f6nne man ableiten, dass es keinen eindeutig zeitlich scharf messbaren Kipppunkt g\u00e4be. Es handle sich eher um eine Kaskade von Kipppunkten, die \u2013 ausgel\u00f6st durch einen Trigger \u2013 den Prozess der Transformation ausl\u00f6sen k\u00f6nnten. W\u00e4hrend in der Vergangenheit und in \u00f6kologischen Systemen Kipppunkte eher negativ betrachtet w\u00fcrden, stellte Binder die Frage in den Raum, inwiefern man \u201epositive\u201c Kipppunkte initiieren oder unterst\u00fctzen k\u00f6nnte. Sie stellte die These auf, dass drei Elemente von Relevanz seien: (i) Rahmenbedingungen, die die notwendige \u201eEnergie\u201c f\u00fcr den Wandel produzierten (z. B. politische Rahmenbedingungen, finanzielle Anreize); (ii) einen Trigger oder Ausl\u00f6ser (z. B. Fridays for Future, Kriege); und (iii) soziale Netzwerke, die Transformationen f\u00f6rdern oder behindern k\u00f6nnten. Am Beispiel der Energiewende leitete sie zur Relevanz technologischer Innovationen \u00fcber, die gemeinsam mit sozialen Innovationen die Transformation unterst\u00fctzten und f\u00f6rderten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>2. Markus Schl\u00e4pfer (Columbia University, New York)<\/em><br>Markus Schl\u00e4pfer betonte in seinem auf die technologische Perspektive fokussierten Vortrag die Bedeutung aggregierter Daten zur Komplexit\u00e4tsmodellierung in St\u00e4dten und f\u00fchrte als Beispiel die 15-Minuten-Stadt an, die u. a. in Paris auf der politisch-planerischen Agenda stehe. Laut aktueller Datenerhebungen sei diese, neben ihrer positiven Wirkung auf einzelne Quartiere, ein Segregationsrisikofaktor. Segregation jedoch widerspr\u00e4che der eigentlichen Funktion der Stadt, Menschen miteinander zu verbinden. Um solchen versteckten Fehlentwicklungen entgegenzuwirken, seien technologische Innovationen unerl\u00e4sslich \u2013 auch wenn diese die Komplexit\u00e4t noch deutlich erh\u00f6hten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PODIUMSDISKUSSION<br>Transformative Praxis \u2013 Diskussion aktueller Entwicklungen in der Region Ruhr&nbsp;<\/strong><em>Simone Raskob (Stadt Essen, Gesch\u00e4ftsbereichsvorst\u00e4ndin: Umwelt, Verkehr und Sport), Denes K\u00fcc\u00fck (Stadt Bochum, Chief Digital Officer), Volker Lindner (Stadt Herten, h2-Netzwerk Ruhr)<\/em><br>Simone Raskob, Denes K\u00fcc\u00fck und Volker Lindner diskutierten \u00fcber die aktuelle transformative Praxis in der Region Ruhr. Klaus Kordowski f\u00fchrte zun\u00e4chst jeweils Zwiegespr\u00e4che mit den einzelnen Podiumsteilnehmer:innen. Simone Raskob wurde dabei nach dem Status Quo der Klimaneutralit\u00e4t in Essen und nach ihrer Einsch\u00e4tzung zur Steuerbarkeit des Verkehrssystems gefragt. Sie betonte, dass die Stadt Essen zwar auf einem guten Weg sei, die Klimaneutralit\u00e4t bis 2040 zu erreichen, jedoch seien die Auswirkungen der jetzigen \u201eallgemeinen\u201c Energiekrise nicht absch\u00e4tzbar. Zudem sei gerade f\u00fcr das Gelingen eines funktionierenden und attraktiven Verkehrssystems eine interkommunale Zusammenarbeit aller Nahverkehrsunternehmen im Ruhrgebiet zwingend notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Denes K\u00fcc\u00fck wurde von Klaus Kordowski gebeten, die Digitalisierungsstrategie sowie das Smart-City Konzept der Stadt Bochum n\u00e4her zu erl\u00e4utern: Das Bochumer Konzept \u2013 so f\u00fchrte er aus \u2013 umfasse ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis von Smart City und definiere f\u00fcnf Leitthemen, in denen die Stadt Bochum eine st\u00e4rkere Digitalisierung anstrebe. Diese Leitthemen seien Zukunftsf\u00e4hige Infrastruktur, Intelligentes Stadtmanagement, Digitale Gesellschaft, Nachhaltige Mobilit\u00e4t &amp; Umwelt und Innovative Wirtschaft &amp; Wissenschaft. Das Besondere des Smart-City-Konzepts sei hierbei vor allem der partizipative Ansatz, der gemeinsam mit allen Partner:innen, den B\u00fcrger:innen und den st\u00e4dtischen Gremien kontinuierlich weiterentwickelt werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Kordowski fragte im letzten Zwiegespr\u00e4ch Volker Lindner nach seiner Einsch\u00e4tzung zum Ausbau der Wasserstoffwirtschaft im Ruhrgebiet. Dieser bekr\u00e4ftigte, dass der Sekund\u00e4renergietr\u00e4ger Wasserstoff einen wertvollen Beitrag zur Transformation leisten k\u00f6nne. Er stellte aber klar, dass im Ruhrgebiet bisher nur \u201ebrauner\u201c Wasserstoff verf\u00fcgbar sei. Auch er mahnte genau wie Simone Raskob f\u00fcr die Verkehrsunternehmen an, dass eine Zusammenarbeit der Energieversorger des Ruhrgebiets f\u00fcr dessen Weiterentwicklung zentral sei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neue Perspektiven auf transformative Stadtforschung?! Ergebnisse des Nachwuchswissenschaftler:innen Workshops&nbsp;<\/strong><em>Julia-Lena Reinermann, Bettina Pahlen, Anna Lea Eggert, Klaus Krumme (UDE\/Urban Systems Group)<\/em><br>Julia Reinermann und Bettina Pahlen setzten den Fokus der Pr\u00e4sentation auf die globale Nord-S\u00fcd-Perspektive sowie die zum Einsatz kommenden Methoden hinsichtlich transformativer Forschung. Die Vortragenden thematisierten anschlie\u00dfend die Rolle der Wissenschaftler:innen als Change Agents in Forschungsprozessen. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen verwiesen auf eine Dichotomie transformativer Forschung. Einerseits w\u00fcrden vorherrschende Machtstrukturen angefochten, um u.a. eine st\u00e4rker emanzipatorische Forschung hervorbringen zu k\u00f6nnen, andererseits sei die Forschungsrichtung bisweilen stark durch westliche Denkweisen gepr\u00e4gt. Sie pl\u00e4dierten im weiteren Verlauf ihrer Ausf\u00fchrungen f\u00fcr inklusive Methoden wie das Decision Theatre und betonten hohe Identifikationspotenziale mit agentenbasierter Modellierung. Wichtig und gleichzeitig herausfordernd sei die Gew\u00e4hrleistung der Interdisziplinarit\u00e4t des Teams. Bezogen auf das Wissenschaftssystem kritisierten Julia Reinermann und Bettina Pahlen persistente Strukturen, die das transformative Forschen nicht zu Beginn der akademischen Karriere erm\u00f6glichten (bspw. aufgrund finanzieller Restriktionen).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Transformative Research: How to do it and how to institutionalize it?<br><\/strong><em>Derk Loorbach (Erasmus University Rotterdam)<\/em><br>Derk Loorbach pl\u00e4dierte daf\u00fcr, auch an den Universit\u00e4ten einen grundlegenden, systemischen Wandel hin zu mehr Interdisziplinarit\u00e4t, Experimentierkultur, Kollaboration und Reflexion anzusto\u00dfen. Nur so k\u00f6nne die Wissenschaft konstruktiv zum Nachhaltigkeitswandel beitragen. Der Ansatz der Transformationsforschung bzw. transformativen Forschung liefere hierf\u00fcr einen geeigneten Rahmen, um die Urspr\u00fcnge anhaltender gesellschaftlicher Probleme in St\u00e4dten und Regionen zu identifizieren, die experimentelle Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis zu erm\u00f6glichen und so alternative und gew\u00fcnschte Zuk\u00fcnfte experimentell zu erkunden und letztendlich auch praktisch umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schlusswort&nbsp;<\/strong>Michael Roos (RUB\/KoMet)<br>Im Rahmen dieses KoMet-Tages seien St\u00e4dte als komplexe adaptive Systeme definiert worden, so Michael Roos. Hiervon ausgehend habe die Tagung eine Reihe von Spannungsfeldern aufgezeigt: Selbstorganisation versus Planung, Wissenschaft versus Praxis und das Spannungsfeld zwischen verschiedenen Auffassungen von Wissenschaft. All das seien Elemente komplexer urbaner Systeme, die wiederum \u201ewicked problems\u201c verschiedener Art verursachen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Michael Roos res\u00fcmierte f\u00fcr die Vortr\u00e4ge des Tages, dass die heterogenen Akteur:innen in derart komplexen Systemen auf der einen Seite Experimentierfreude und klare Zielvisionen, auf der anderen Seite aber auch Wissen und Akzeptanz gegen\u00fcber der Nichtsteuerbarkeit komplexer adaptiver Systeme miteinander kombinieren m\u00fcssen. Aus dieser Kompetenz und \u201eDemut\u201c heraus k\u00f6nne man den \u201ewicked problems\u201c in St\u00e4dten ad\u00e4quat begegnen. Die Komplexit\u00e4tstheorie und die Transformationsforschung k\u00f6nnen hierf\u00fcr wichtige Hilfsmittel sein, da sie Offenheit f\u00fcr Neues und Anpassungsf\u00e4higkeit als wissenschaftliche und politische Desiderata bereits mitd\u00e4chten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber alle KoMet-Tage k\u00f6nnen Sie sich <strong><a href=\"https:\/\/metropolenforschung.uaruhr.de\/en\/outreach\/komet-tag-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">HERE<\/a><\/strong> infomormieren. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2022 Jahr richtete das Kompetenzfeld Metropolenforschung (KoMet) mit Unterst\u00fctzung der Stiftung Mercator, der Emschergenossenschaft und der NRW.BANK den 4. KoMet-Tag zum Thema \u201eUrbane Komplexit\u00e4t \u2013 Komplexit\u00e4ts- und transformationswissenschaftliche Perspektiven auf die nachhaltige Stadtentwicklung\u201c aus.St\u00e4dte sind komplexe adaptive Systeme. 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