{"id":49732,"date":"2020-12-16T16:42:00","date_gmt":"2020-12-16T15:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/metropolenforschung.uaruhr.de\/?p=49732"},"modified":"2026-02-15T17:30:24","modified_gmt":"2026-02-15T16:30:24","slug":"2-komet-tag-wissenschaftlerinnen-diskutieren-online-ueber-zukunftsvorstellungen-fuer-metropolen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/metropolenforschung.uaruhr.de\/en\/2-komet-tag-wissenschaftlerinnen-diskutieren-online-ueber-zukunftsvorstellungen-fuer-metropolen\/","title":{"rendered":"2. Comet-day: scientists:interior ideas for metropolises to discuss online about for the future"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Wie sehen erstrebenswerte Zuk\u00fcnfte f\u00fcr Metropolregionen aus? Was ist aus fr\u00fcheren Zukunftsvorstellungen geworden? Und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff \u201eNarrativ\u201c? Mit Zukunftsvorstellungen f\u00fcr metropolitane R\u00e4ume befasste sich unter anderem der Chefkurator f\u00fcr Architektur und Design des New Yorker Museums of Modern Art, Prof. Dr. Martino Stierli, im Rahmen der Fachkonferenz \u201eZukunftsnarrative f\u00fcr Metropolregionen\u201c am 14. Dezember 2020. Die Veranstaltung war bereits die f\u00fcnfte gemeinsame Tagung des Kompetenzfelds Metropolenforschung mit der Emschergenossenschaft und wurde von den KoMet-Wissenschaftler:innen&nbsp;Prof. Dr. Jens Martin Gurr, Prof. Dr. Cornelia J\u00f6chner, Prof. Dr. Rolf Parr und Prof. Dr. Wolfgang Sonne organisiert.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sich der KoMet-Tag 2019 mit der Zukunft der Mobilit\u00e4t besch\u00e4ftigte, widmete sich der diesj\u00e4hrige &nbsp;KoMet-Tag fr\u00fcheren sowie gegenw\u00e4rtigen Zukunftsvorstellungen. Bei der vom Kompetenzfeld Metropolenforschung (KoMet) initiierten und von der Emschergenossenschaft unterst\u00fctzten Fachkonferenz fokussierten in drei verschiedenen Themenbl\u00f6cken die Referierenden fr\u00fchere und aktuelle Vorstellungen einer k\u00fcnftigen Gestaltung des Zusammenlebens in Metropolen. Ca. 180 Teilnehmende nutzten die M\u00f6glichkeiten der virtuellen Beteiligung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>KoMet-Tag als Plattform f\u00fcr transatlantische Fachdebatte \u2013 Lebendige Gespr\u00e4che zwischen der Metropole Ruhr und New York City<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ruhrgebiet, Europa, Nordamerika: Durch die internationale Ausrichtung und das digitale Format war es sowohl thematisch als auch personell m\u00f6glich eine interessante, interdisziplin\u00e4re Diskussion \u00fcber Kontinente hinweg zu f\u00fchren. Prof. Dr. Martino Stierli, der Chefkurator f\u00fcr Architektur und Design am Museum of Modern Art (MoMA) in New York City, konnte, neben zahlreichen renommierten Wissenschaftler:innen aus dem breiten Spektrum des Kompetenzfelds Metropolenforschung, f\u00fcr die Veranstaltung gewonnen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Politikwissenschaftler Christoph Bieber: \u201eDas Leben in der Smart City muss auch ein gutes Leben sein.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit seinem Keynote-Vortrag \u201eDie Politik der Smart City. Anmerkungen zur Zukunft der Stadtentwicklung\u201c griff der Inhaber der Welker-Stiftungsprofessur f\u00fcr Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft an der Universit\u00e4t Duisburg-Essen, Prof. Dr. Christoph Bieber, gleich zu Beginn der Veranstaltung eines der strittigsten Themen der aktuellen Diskussionen zur Stadt der Zukunft auf. Smart City-Konzepte bedeuten f\u00fcr ihn einen umfassenden und invasiven gesellschaftlichen Wandel. Ob und wenn ja, wie sich die B\u00fcrger:innen dagegen zur Wehr setzen, sei eine der gro\u00dfen politischen Fragen im Diskurs.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Methodik der Narrativit\u00e4tsforschung: Storytelling, Kollektivsymbolanalyse und Skripte<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Vizepr\u00e4sidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und Leiterin des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) in Essen, Prof. Dr. Julika Griem, widmete sich im ersten Themenblock \u201eMethodik\u201c der \u201eKonjunktur\u201c des Begriffs `Narrativ`. \u201eNarrative sind sinnstiftende Erz\u00e4hlungen, deren Wirkmacht allerdings nicht inflation\u00e4r beschworen, sondern analytisch betrachtet werden sollte\u201c, so Griem. Daran ankn\u00fcpfend referierte der Literatur- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Rolf Parr \u00fcber die Verwendung von Kollektivsymbolen wie \u201eMitte\u201c, \u201eMotor\u201c und \u201eHerz\u201c in Zukunftsnarrativen f\u00fcr Metropolen. Eine thematische Br\u00fccke nach Nordamerika schlug im Anschluss das UA-Ruhr-weite \u201eCity-Scripts\u201c-Kolleg um Prof. Dr. Barbara Buchenau. Das von der Volkswagen Stiftung gef\u00f6rderte Forschungskolleg setzt sich mit dem transatlantischen Industrieerbe auseinander und thematisiert die Wahrnehmung dieses Erbes als Mangel oder Verlust.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Zur\u00fcck in die Zukunft. Betrachtungen zwischen dem mittelalterlichen Ruhrgebiet, der fr\u00fchen Neuzeit und der unvollendeten Moderne<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Themenblock \u201eHistorie\u201c machten der Architekturhistoriker Prof. Dr. Wolfgang Sonne und die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Barbara Welzel von der TU Dortmund den Vorschlag einer integrierten Geschichtsschreibung, die sich nicht nur auf das Industriezeitalter beschr\u00e4nkt, und stellten das auf das Mittelalter zur\u00fcckgehende kulturelle Erbe der Region als Ressource f\u00fcr Zukunft(snarrative) vor. Das Zukunftsversprechen einer fr\u00fchneuzeitlichen Residenz und die Fiktion eines Zentrums wurden am Beispiel der bemerkenswert vernetzten Stadt B\u00fcckeburg in der Renaissance durch Prof. Dr. Cornelia J\u00f6chner und Johanna Sta\u00dfen vom Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum erl\u00e4utert.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus New York zugeschaltet referierte Prof. Dr. Martino Stierli \u00fcber die Fotomontage der Avantgarde und deren Abwendung von historischen Stadtbildern. Er merkt an, dass die Montage nicht nur ein dominantes Prinzip der Moderne sei, sondern auch eine M\u00f6glichkeit, \u00fcber das bewusste Bewegen durch den Raum nachzudenken. F\u00fcr ihn bildet Montage eine Schl\u00fcsselstrategie zur Konstruktion f\u00fcr Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Der Blick nach vorn. Aushandlungen zwischen Ruhr und Emscher: Wir wollen nicht Detroit sein, aber daf\u00fcr vieles andere.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der dritte Block \u201eZukunft\u201c besch\u00e4ftigte sich mit den gegenw\u00e4rtigen Zukunftsvorstellungen f\u00fcr die Metropolen von heute. Die Amerikanistin Dr. Julia Sattler stellte Bez\u00fcge zwischen Detroit und Bochum her. Sie verwies auf den Slogan \u201eThis is not Detroit\u201c, der im Kontext der Schlie\u00dfung des Bochumer Opelwerks 2014 popul\u00e4r wurde. Der Historiker Prof. Dr. Lucian H\u00f6lscher, zu dessen Forschungsgebieten die Geschichte der Zukunft geh\u00f6rt, gab einen Einblick in die \u201evielen Zuk\u00fcnfte des Ruhrgebiets\u201c. Den roten Faden aufgreifend, stellt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft und des Lippeverbandes, seine Vision f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Gestaltung der Region entlang der Emscher vor. In seinem Vortrag bekr\u00e4ftigte Uli Paetzel die Notwendigkeit eines gemeinsamen Narrativs f\u00fcr das Ruhrgebiet. Dieses sollte die vielf\u00e4ltigen kulturellen Facetten und den Wandel der Region aufgreifen, um ein hohes Identifikationspotenzial zu schaffen. Als Beispiel nannte er das Narrativ der gr\u00fcnsten Industrieregion der Welt und betonte: \u201eDas Ruhrgebiet musste dem Wandel begegnen wie keine zweite Metropole in Deutschland. Wir m\u00fcssen im Standortwettbewerb mit vielen starken Metropolen in Europa mithalten. Als eine Region mit mehreren Zentren haben wir dabei entscheidende Gelegenheiten zur Zusammenarbeit und zur Kompetenzb\u00fcndelung verpasst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Die Metropole Ruhr als gemeinsamer Raum von morgen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der Abschlussdiskussion unterstrichen Prof. Dr. Barbara Buchenau, Prof. Dr. Uta Hohn (KoMet), Prof. Dr. Lucian H\u00f6lscher und Prof. Dr. Uli Paetzel die Notwendigkeit eines \u201eeigenen\u201c zukunftsgerichteten Narrativs f\u00fcr die Metropole Ruhr und zeigten Inhalte f\u00fcr eine solche Erz\u00e4hlung auf.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir brauchen einen ruhrgebietsweiten Diskurs \u00fcber Zukunftsthemen wie nachhaltige Infrastruktur, gut ausgebauten Nahverkehr oder sichere Digitalisierung, an dem sich B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger beteiligen k\u00f6nnen \u2013 damit die Zukunftsthemen des Reviers endlich angegangen werden\u201c, so Paetzel.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20250615060053\/https:\/\/metropolenforschung.uaruhr.de\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20250615060053im_\/https:\/\/metropolenforschung.uaruhr.de\/resources\/img\/komet_logo_schrift.svg\" alt=\"Kompetenzfeld Metropolenforschung\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>2025 competence in the field of urban research UA Ruhr<\/strong>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20250615060053\/https:\/\/metropolenforschung.uaruhr.de\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20250615060053im_\/https:\/\/metropolenforschung.uaruhr.de\/resources\/img\/logo_ua_ruhr.svg\" alt=\"UA Ruhr\"\/><\/a><\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sehen erstrebenswerte Zuk\u00fcnfte f\u00fcr Metropolregionen aus? 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