11.01.2021

Neues DFG-Projekt: Soziale (Ent-)Mischung in Quartier und Schule: Segregationsdynamiken im Kontext elterlicher Schulwahl

Im November 2020 startete, unter Leitung der KoMet-Wissenschaftler*innen Prof. Dr. Andreas Farwick (RUB) und Dr. Heike Hanhörster (ILS) sowie Dr. Isabel Ramos Lobato (University of Helsinki), das Verbundforschungsprojekt „Soziale (Ent-)Mischung in Quartier und Schule: Segregationsdynamiken im Kontext elterlicher Schulwahl“. Das, als Kooperation zwischen RUB, ILS und der Universität Helsinki stattfindende Projekt, wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bis Dezember 2023 gefördert.

Projektziel ist die Analyse des Zusammenspiels wohnräumlicher und schulischer Segregation. Basierend auf der Verknüpfung qualitativer und quantitativer empirischer Daten wird das elterliche Grundschulwahlverhalten am Beispiel der Stadt Düsseldorf untersucht. Ausgangspunkt der Forschung bildet die alarmierende Verschärfung sozialer Polarisierung in deutschen bzw. europäischen Städten – nicht nur auf Quartiersebene, sondern auch kleinräumig und insbesondere in Bildungseinrichtungen. Bereits in Kindergärten und Grundschulen zeigt sich zum Teil ein dramatisches Ausmaß sozialer und ethnischer Segregation – auch in gemischten Quartieren, was die besondere Brisanz des Themas verdeutlicht. Es bedarf dementsprechend eines verbesserten Verständnisses des Zusammenhangs zwischen der Zusammensetzung von Quartier und Grundschule sowie der Frage, wie insbesondere in gemischten Quartieren, in denen die räumlichen Voraussetzungen gegeben sind, eine heterogenere Grundschulzusammensetzung erreicht werden kann.

Anhand des Fallstudiengebiets Gerresheim in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf wird das Zusammenspiel individueller Charakteristika, (lokaler) Informationskanäle und Netzwerke sowie schulischer Profilbildung und Informationspolitik für das elterliche Schulwahlverhalten untersucht. Erstmalig im deutschen Kontext werden dabei quantitative und qualitative Daten in einem räumlichen Setting erhoben und gezielt miteinander kombiniert. Der Methoden-Mix des vorliegenden Vorhabens ermöglicht somit sowohl die Abbildung der Quantität und Entwicklung elterlicher Grundschulwahlentscheidungen sowie schulischer Segregationsprozesse, als auch die tiefergehende Erfassung und Analyse der dahinterliegenden Motivlagen und Abwägungsprozesse. Das Projekt fokussiert dabei auf vier zentrale Themenbereiche: 1. Prozesse residentieller Segregation und schulischer Mischung; 2. Individuelle Determinanten der Schulwahl; 3. Einfluss elterlicher Netzwerke und 4. die Rolle der Schulen.

Durch die Erklärung von Strukturen und Determinanten sozialer und ethnischer Segregation in deutschen Grundschulen soll ein Beitrag zur geographischen Segregations-, Quartiers- und Ungleichheitsforschung geleistet werden.

Weitere Informationen finden Sei auf den Webseiten der RUB und des ILS.