Wissensmetropolen

Die zunehmende Bedeutung von Wissen für Wirtschaft und Gesellschaft kommt in den Konzepten von Wissensökonomie und Wissensgesellschaft zum Ausdruck. Die räumliche Dichte von Wissensträgern und Interaktionen fördert die Entstehung, Verbreitung und Anwendung von Wissen und macht Metropolräume zu Kristallisationskernen von Wissensökonomie und –gesellschaft, was sich u.a. im aktuellen Diskurs um Reurbanisierung niederschlägt. Im Zuge des Strukturwandels ist im Ruhrgebiet eine dichte und vielfältige Landschaft von Hochschulen und außeruniversitären Forschungslandschaften entstanden. Trotzdem weisen viele Indikatoren auf Rückstände im Entwicklungsstand von Wissensökonomie und Wissensgesellschaft im Vergleich mit anderen Metropolräumen hin. Vor diesem Hintergrund will das Forschungsfeld „Wissensmetropolen“ aktuelle Herausforderungen der Wissenschaft, Wissensökonomie und Wissensgesellschaft sowie ihrer Interdependenzen und Steuerung in Metropolräumen aus dem Blickwinkel verschiedener Disziplinen untersuchen. Aufgrund seiner besonderen Herausforderungen bietet sich das Ruhrgebiet als Ausgangspunkt und Untersuchungsraum („Forschungslabor“) an, wird aber auch mit anderen Metropolräumen im In- und Ausland verglichen.

Forschungsfragen

  • Welche Rolle spielen Bildung und Wissen sowie insbesondere Hochschulen und Forschungseinrichtungen für die Entwicklung von Städten und Metropolräumen in verschiedenen Dimensionen (städtebaulich-stadträumlich, funktional, symbolisch...)?
  • Welche Impulse gehen von Bildung und Wissen sowie insbesondere Hochschulen und Forschungseinrichtungen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung von Metropolregionen aus? Welche Faktoren beeinflussen diese Impulse, und wie können diese gestärkt werden?
  • Wie werden Wissensgesellschaften und Wissensökonomien durch kulturelle, sozio-politische, technische und ökonomischen Transformationsprozesse im 21. Jahrhundert beeinflusst und welche Dynamiken sind daraus für die Stadt- bzw. die Metropolenentwicklung abzuleiten?
  • Inwieweit prägen die Art und Weisen der Wissensproduktion, Wissensinvestitionen sowie die Ausgestaltung des Wissens- und Technologiestransfers die zu untersuchenden Räume?
  • Welche Rolle spielt der Bildungsstand der Bevölkerung bzw. der Beschäftigtenanteil der wissensbasierten (Industrie)Branche für die Entwicklung von metropolitanen Räumen?
  • Gibt es neue Arrangements bei der Wissensproduktion (Stichwort z.B.: Entrepreneurship), die auch für das Ruhrgebiet weiter nutzbar gemacht werden können?
  • Inwiefern tragen Bildung und Wissen zu sozialräumlichen Polarisierungsprozessen (Segregation) bei, und wie können sie zu deren Überwindung genutzt werden?

Für weitere Informationen und bei Interesse an einer Mitarbeit nehmen Sie bitte Kontakt mit Dr. Elke Hochmuth aus der Geschäftsstelle auf, sie betreut dieses Forschungsfeld.