KoMet-Tag

Das jährliche Get-Together des Kompetenzfelds Metropolenforschung

Der KoMet-Tag ist das seit 2019 jährlich stattfindende Austausch- und Begegnungsformat und bildet einen der alljährlichen Höhepunkte unter den Veranstaltungen des Kompetenzfelds Metropolenforschung. Die Veranstaltung ist interdisziplinär angelegt und richtet sich sowohl an die KoMet-Wissenschaftler:innen und die Fachöffentlichkeit, als auch an verschiedene regionale, nationale und internationale Akteure aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Mit dem KoMet-Tag greift das Kompetenzfeld jährlich ein anderes aktuelles Thema der Metropolenforschung auf. Die KoMet-Wissenschaftler:innen geben in diesem Rahmen Einblicke in ihre fachlichen Schwerpunkte und Forschungsaktivitäten. Beiträge weiterer nationaler und internationaler Expert:innen ergänzen das Format. Podiumsdiskussionen und interaktive Beteiligungsmöglichkeiten tragen zu einer lebendigen und differenzierten Diskussion im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe bei. Das Vernetzungsformat des KoMet-Tags dient zusätzlich als Jahresversammlung aller KoMet-Wissenschaftler:innen. Dabei wird sowohl rückblickend auf die Forschungstätigkeiten der Beteiligten geschaut, als auch über zukünftige Aktivitäten des KoMet diskutiert.

Fotos: Uwe Grützner

2025: 7. KoMet-Tag

Grüne Transformation Ruhr

120 Teilnehmer:innen aus Wirtschaft, Praxis, Öffentlichkeit und Wissenschaft sowie Studierende der UA Ruhr haben am 05.12.2025 über die „Grüne Transformation Ruhr“ in den Räumen des Regionalverbands Ruhr rege diskutiert.
Den Auftakt der eintägigen Veranstaltung bildete ein Dialoggespräch zwischen Nina Frense (Regionalverband Ruhr) und Prof. Dr. Uli Paetzel (Emschergenossenschaft/Lippeverband).
Prof.‘in Dr. Maren Urner hielt die Keynote zum Thema „Warum auch die Grüne Transformation Ruhr im Kopf beginnt“.

In der Session 1 „Mehr als Grün: Raum für Urbane Biodiversität schaffen und Lebensqualitäten durch eine integrierte Stadtentwicklung sichern“ haben unter der Moderation von Prof. Dr. Valentin Klaus (Geographisches Institut, Ruhr-Universität Bochum) folgende Personen diskutiert:

  • Dr. Anne Budinger (RVR Bereich Umwelt)
  • Horst Fischer (Geschäftsführung der IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH)
  • Dr.-Ing. Mais Jafari (TU Dortmund, Landschaftsökologie und Landschaftsplanung)
  • Dr. Peter Keil (Biologische Station Westliches Ruhrgebiet)
  • Simone Raskob (Stadt Essen, Geschäftsbereich Umwelt, Verkehr und Sport) und
  • Carsten Uhlenbrock (Betriebsleitung RVR Ruhr Grün).

In der Session 2 stand das Thema „Häfen können mehr. Häfen als Akteure in Multi-Stakeholderprozessen der grünen Transformation in metropolitanen Settings“ im Mittelpunkt des Interesses. An drei Thementischen wurden unterschiedliche Fragestellungen dazu beleuchtet. Moderiert wurde diese Session von Prof. Dr. Frederik Ahlemann (Fachgebiet Wirtschaftsinformatik, Universität Duisburg-Essen), Dr. Jan-Hendrik Kamlage (Ruhr-Universität Bochum) und Dr. Klaus Krumme (Universität Duisburg-Essen).

Bei diesem Event wurde auch wieder der Preis für herausragende Dissertationen und Masterarbeiten auf dem Gebiet der Metropolenforschung (finanziert von der Emschergenossenschaft) vergeben. Diese Mal wurden Dr. Katja Schimohr und Dr. Lisa Sieger ausgezeichnet. Mehr zu den Preisen von 2025 finden Sie HIER.

Das vollständige Programm dieses Events finden Sie HIER.

Impressionen ansehen

Fotos: Uwe Grützner

2025 ist dieses Event in Kooperation mit der Emschergenossenschaft/Lippeverband, der NRW.Bank und dem Regionalverband Ruhr entwickelt und unterstützt worden.  Vielen Dank!

2024: 6. KoMet-Tag

Transformation des Ruhrgebiets
Diskussion über die Kapitel des geplanten englischsprachigen RuhrBands

Das Ruhrgebiet ist der größte Ballungsraum in Deutschland, dem bevölkerungsreichsten Land der Europäischen Union. Als altindustrielle und polyzentrische Metropolregion ohne eine dominierende Kernstadt findet es jedoch international weit weniger Beachtung als kleinere Stadtregionen wie Berlin, Hamburg oder München. Tatsächlich vollziehen sich hier die großen Transformationsprozesse sozioökonomischer, institutioneller und baulicher Strukturen anders, oft problem- und konfliktbehafteter unter dem Einfluss eines tiefgreifenden Strukturwandels. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb gilt das Ruhrgebiet in Fachkreisen als Paradebeispiel für innovative Transformation. Die Internationale Bauausstellung Emscher Park, die Umgestaltung des Emscher-Flusssystems und die Umnutzung des industriekulturellen Erbes sind international anerkannte Vorzeigeprojekte.

Foto: Thorsten Wiechmann

Das Ruhrgebiet – ein Modell für metropolitane Transformation?

Auf dem KoMet-Tag 2024 beleuchteten zahlreiche Expertinnen und Experten aus dem Kompetenzfeld Metropolenforschung der Universitätsallianz Ruhr die dynamischen Transformationsprozesse und die sich verändernden räumlichen Strukturen im Ruhrgebiet aus unterschiedlichen Perspektiven. Das Themenspektrum reichte von der mittelalterlichen und industriellen Kulturlandschaft über den historischen und gegenwärtigen Strukturwandel zu Fragen der sozialen Ungleichheit, der Umweltgerechtigkeit, der Stadtgestaltung, der Mobilität sowie der Steuerung der Flächennutzung im Ruhrgebiet bis hin zu Ansätzen der Regional und Local Governance, den Strategien des Emscherumbaus und neuer Anpassungsstrategien an den Klimawandel.

In die Gesamtschau wurde der Frage nachgegangen, inwieweit das Ruhrgebiet ein Modell für die Transformation von Metropolen sein kann oder will. Um das zu klären, sollte bei den einzelnen Subthemen jeweils diskutiert werden, warum sich jemand, der mit dem Blick von außen das Ruhrgebiet betrachtet, mit der spezifischen Umsetzung des Themas im Ruhrgebiet befassen sollte und ob es verallgemeinerbare Lehren gibt, die aus der Transformation des Ruhrgebiets gezogen werden können.

Der 6. KoMet-Tag fand am 6. Dezember 2024 im BAUKUNSTARCHIV NRW (Ostwall 7, 44135 Dortmund) statt. Nahezu 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich zu den verschiedenen Beiträgen, die im geplanten Ruhrband Mitte 2026 publiziert werden sollen, ausgetauscht. Die Themen wurden von den Autor:innen in 6-minütigen ElevatorPitches vorgestellt und anschließend mit allen Anwesenden diskutiert und kommentiert.

Der 6. KoMet-Tag wurde durch die KoMet-Preisvergabe für herausragende Masterarbeiten und Dissertation auf dem Gebiet der Metropolenforschung an Leah Blank (Titel: Die Rolle kultureller Ökosystemleistungen bei der Planung von urbanen Tiny Forests – Eine Fallstudie des Eltingviertels in Essen) und Timo Haselhoff (Titel: The Acoustic Environment. A New Perspective in Urban Public Health. Solutions for Quantifying Multidimensional and High‐Resolution Audio Data in Multifaceted Urban areas) abgerundet. Die Urkunden überreichte Prof. Dr. Uli Paetzel. Die Preise wurden wie jedes Jahr von der Emschergenossenschaft finanziert.

Fotos: Thorsten Wiechmann

Diese Veranstaltung wurde wieder von der Emschergenossenschaft und der NRW.BANK unterstützt. Vielen Dank!

Foto: Roman Fritz

2023: 5. KoMet-Tag

Tranformative Wissenschaft – Welche Rolle haben Reallabore?

Stadt- und Metropolraumforschung untersuchen und begleiten die vielfältigen, komplexen Vorgänge urbaner Transformationen zunehmend in sogenannten Reallaboren; ein Begriff, der mittlerweile regelrecht als Buzzword verwendet wird. Mit dem Reallabor-Ansatz werden innovative Wege einer transformativen und kollaborativen Stadt- und Planungsforschung untersucht und zugleich Veränderungen erprobt: Akteur: innen aus den unterschiedlichen Systemwelten (Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung, Politik, Wirtschaft, intermediäre Akteur: innen) arbeiten in Reallaboren im Idealfall auf Augenhöhe zusammen, intervenieren und experimentieren in realweltlichen Räumen, um so Ergebnisse zu generieren, die sowohl wissenschaftlich als auch praxisrelevant sind. Dadurch können Reallabore aktiv zur Transformation von Städten und Metropolräumen beitragen.

Beim KoMet-Tag 2023 sollte der Begriff des „Reallabors“ geschärft,  aber auch hinterfragt und aus unterschiedlichen Perspektiven spezifiziert werden. Folgende Fragen stellte der KoMet-Tag 2023 in seinen Fokus: Wer sind Forschende,wer Ko-Forschende? Können im Sinne eines kollaborativen Forschungsansatzes – wie dem des participatory action research – tatsächlich alle Schritte von Fragestellung bis Evaluation in Ko-Formaten erarbeitet und durchgeführt werden? Gleichzeitig sind Reallabore in der Stadt keine Labore im naturwissenschaftlichen Verständnis, sondern einzigartig im Hinblick auf Ort, Zeit, Wissen und individuelle Beteiligte. Im Gegensatz zu Experimenten in Laboren kann nicht in den Ausgangszustand zurückgekehrt werden, da immer Veränderungen im Erfahrungswissen generiert werden, welche eine inner transition anstoßen. Sollte in Anbetracht dessen überhaupt von „Laboren“ gesprochen werden? Welches Verständnis braucht es für Reallabore als transformative Wissenschaft?

Beim KoMet-Tag 2023 sollte der Begriff des „Reallabors“ geschärft,  aber auch hinterfragt und aus unterschiedlichen Perspektiven spezifiziert werden. Folgende Fragen stellte der KoMet-Tag 2023 in seinen Fokus: Wer sind Forschende,wer Ko-Forschende? Können im Sinne eines kollaborativen Forschungsansatzes – wie dem des participatory action research – tatsächlich alle Schritte von Fragestellung bis Evaluation in Ko-Formaten erarbeitet und durchgeführt werden? Gleichzeitig sind Reallabore in der Stadt keine Labore im naturwissenschaftlichen Verständnis, sondern einzigartig im Hinblick auf Ort, Zeit, Wissen und individuelle Beteiligte. Im Gegensatz zu Experimenten in Laboren kann nicht in den Ausgangszustand zurückgekehrt werden, da immer Veränderungen im Erfahrungswissen generiert werden, welche eine inner transition anstoßen. Sollte in Anbetracht dessen überhaupt von „Laboren“ gesprochen werden? Welches Verständnis braucht es für Reallabore als transformative Wissenschaft?  

Am 5. KoMet-Tag wurden auch die „KoMet-Förderpreise für herausragende Masterarbeiten und Dissertationen“ vergeben. Diese Preise werden von der Emschergenossenschaft finanziert. Die Preisträgerinnnen sind 2023 Pauline Scheunert mit ihrer Masterarbeit ‚Constructing an Index to Assess small-scale Potential for Physical Activity of Urban Environments‘ und Vanessa Hellwig mit ihrer Dissertation ‚Transformation, Digitisation and the Geography of Knowledge‘

Das Programm dieses Events finden Sie HIER.
Die diskutierten Fragen der Thementsiche finden Sie HIER.
Die Dokumentation des 5. KoMet-Tags 2023 erhalten Sie mit einer Email an die Geschäftsstelle (metropolenforschung@uaruhr.de).

Fotos: Roman Fritz

Diese Veranstaltung wurde wieder von der Emschergenossenschaft und der NRW.BANK unterstützt. Vielen Dank!

2022: Hybrider 4. KoMet-Tag

Urbane Komplexität – Komplexitäts- und transformationswissenschaftliche Perspektiven auf die nachhaltige Stadtentwicklung

Städte sind komplexe adaptive Systeme. Konstitutives Element sind die vielfältigen Interaktionen heterogener Akteur:innen, deren Verhalten sich im Zeitverlauf verändert, weil sie auf das Agieren anderer Akteur:innen und an veränderte Umweltbedingungen reagieren. Weltweit werden Städte seit den 1980er Jahren aus komplexitätswissenschaftlicher Perspektive erforscht. Ziel ist es, ein besseres Verständnis davon zu erlangen,

  • wie Städte entstehen, sich entwickeln, wachsen oder schrumpfen,
  • was soziale und technische Innovationen in Städten fördert oder hemmt und
  • welche Planungs- und Steuerungsinstrumente für deren Gestaltung vonnöten sind.

Foto: Roman Fritz

Vor dem Hintergrund des Primats der Nachhaltigkeit rückt besonders die Transformationsfähigkeit urbaner Räume verstärkt in den Fokus. Die damit verbundenen Herausforderungen sind „wicked problems“, das heißt, sie sind durch hohe Komplexität, Unsicherheit und die Divergenz von Werten und Zielvorstellungen geprägt.

Die inhaltliche Konzeption und Organisation des diesjährigen Hybridevents lag federführend in den Händen des KoMet-Wissenschaftlers Michael Roos (Ruhr-Universität Bochum). Unter der Moderation von Klaus Kordowski (Stiftung Mercator) haben Forscher:innen, Nachwuchs-wissenschaftler:innen und internationale Gäste auf dem 4. KoMet-Tag ihre Forschungsansätze einem interessierten Publikum von über 100 Gästen vorgestellt sowie Potenziale und Herausforderungen für Akteur:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft aufgezeigt. Ziel war es, den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu suchen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten.

Das Kompetenzfeld Metropolenforschung der UA Ruhr und die Emschergenossenschaft schrieben 2022 erstmalig den KoMet-Förderpreis aus. Der Preis würdigt herausragende Dissertationen und Masterarbeiten, die sich mit Bezug zur Metropole Ruhr mit Fragen der Transformation metropolitaner Räume befassen. 2022 hat bei den Masterarbeiten Anna-Lena Bergmann (Titel: Essen 51. – das Quartier von morgen in der Stadt von heute. Die Entwicklung neuer Stadtquartiere und deren Einbettung in den Stadtraum) und Helen Wagner mit ihrer Dissertation „Vergangenheit als Zukunft? Geschichtskultur als Feld von Zukunftshandeln zum Management strukturellen Wandels im Ruhrgebiet“ den Förderpreis erhalten. Die Urkunden wurden während dieses KoMet-Tags den Gewinnerinnen von Prof. Dr. Uli Paetzel überreicht.

Das Programm des Events kann man HIER einsehen.

Fotos: Roman Fritz

Das Kompetenzfeld Metropolenforschung (KoMet) richtete mit Unterstützung der Stiftung Mercator, der Emschergenossenschaft und der NRW.BANK den 4. KoMet-Tag zaus. Vielen Dank!

2021: Digitaler 3. KoMet-Tag

Smart Metropolitan Solutions – Wege zu klimaneutralen und resilienten Städten

lautete das Thema des 3. KoMet-Tages, den das Kompetenzfeld Metropolenforschung (KoMet) der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) am 6. Dezember 2021 in Kooperation mit der Emschergenossenschaft veranstaltet hat.

Vor dem Hintergrund des European Green Deal der EU-Kommission ging es u. a. um die Diskussion folgender zentraler Fragen: Wie können Smart-City-Ansätze für die Bewältigung aktueller Herausforderungen einer klimaneutralen und resilienten Stadtentwicklung aus technologischer, ökonomischer, sozialer und ökologischer Perspektive genutzt werden? Welche (un)erwünschten Nebenwirkungen verbinden sich mit dem Konzept der Smart City? Wie lassen sich Resilienz und Nachhaltigkeit gemeinsam intelligent denken?

Trotz der kurzfristigen pandemiebedingten Umstellung auf ein rein digitales Format zählte die Konferenz ca. 150 Teilnehmende.

Das digitale Programm finden Sie HIER.

Fotos: Screenshots von KoMet

Der 3. KoMet-Tag wurde von der Emschergenossenschaft und der Stiftung Mercator gefördert. Vielen Dank

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2020: Digitaler 2. KoMet-Tag

Wissenschaftler:innen diskutieren online über Zukunftsvorstellungen für Metropolen

Wie sehen erstrebenswerte Zukünfte für Metropolregionen aus? Was ist aus früheren Zukunftsvorstellungen geworden? Und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Narrativ“?

Mit Zukunftsvorstellungen für metropolitane Räume befasste sich unter anderem der Chefkurator für Architektur und Design des New Yorker Museums of Modern Art, Prof. Dr. Martino Stierli, im Rahmen der Fachkonferenz „Zukunftsnarrative für Metropolregionen“ am 14. Dezember 2020. Die Veranstaltung war bereits die fünfte gemeinsame Tagung des Kompetenzfelds Metropolenforschung mit der Emschergenossenschaft und wurde von den KoMet-Wissenschaftler:innen Prof. Dr. Jens Martin Gurr, Prof. Dr. Cornelia Jöchner, Prof. Dr. Rolf Parr und Prof. Dr. Wolfgang Sonne organisiert.  

Das Programm des Tages ist HIER einsehbar.

Nachdem sich der KoMet-Tag 2019 mit der Zukunft der Mobilität beschäftigte, widmete sich der KoMet-Tag 2020 früheren sowie gegenwärtigen Zukunftsvorstellungen. Bei der vom Kompetenzfeld Metropolenforschung (KoMet) initiierten und von der Emschergenossenschaft unterstützten Fachkonferenz fokussierten in drei verschiedenen Themenblöcken die Referierenden frühere und aktuelle Vorstellungen einer künftigen Gestaltung des Zusammenlebens in Metropolen. Ca. 180 Teilnehmende nutzten die Möglichkeiten der virtuellen Beteiligung.

KoMet-Tag als Plattform für transatlantische Fachdebatte – Lebendige Gespräche zwischen der Metropole Ruhr und New York City

Ruhrgebiet, Europa, Nordamerika: Durch die internationale Ausrichtung und das digitale Format war es sowohl thematisch als auch personell möglich eine interessante, interdisziplinäre Diskussion über Kontinente hinweg zu führen. Prof. Dr. Martino Stierli, der Chefkurator für Architektur und Design am Museum of Modern Art (MoMA) in New York City, konnte, neben zahlreichen renommierten Wissenschaftler:innen aus dem breiten Spektrum des Kompetenzfelds Metropolenforschung, für die Veranstaltung gewonnen werden.

Politikwissenschaftler Christoph Bieber: „Das Leben in der Smart City muss auch ein gutes Leben sein.“

Mit seinem Keynote-Vortrag „Die Politik der Smart City. Anmerkungen zur Zukunft der Stadtentwicklung“ griff der Inhaber der Welker-Stiftungsprofessur für Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft an der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Christoph Bieber, gleich zu Beginn der Veranstaltung eines der strittigsten Themen der aktuellen Diskussionen zur Stadt der Zukunft auf. Smart City-Konzepte bedeuten für ihn einen umfassenden und invasiven gesellschaftlichen Wandel. Ob und wenn ja, wie sich die Bürger:innen dagegen zur Wehr setzen, sei eine der großen politischen Fragen im Diskurs.

Methodik der Narrativitätsforschung: Storytelling, Kollektivsymbolanalyse und Skripte

Die Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und Leiterin des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) in Essen, Prof. Dr. Julika Griem, widmete sich im ersten Themenblock „Methodik“ der „Konjunktur“ des Begriffs `Narrativ`. „Narrative sind sinnstiftende Erzählungen, deren Wirkmacht allerdings nicht inflationär beschworen, sondern analytisch betrachtet werden sollte“, so Griem. Daran anknüpfend referierte der Literatur- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Rolf Parr über die Verwendung von Kollektivsymbolen wie „Mitte“, „Motor“ und „Herz“ in Zukunftsnarrativen für Metropolen. Eine thematische Brücke nach Nordamerika schlug im Anschluss das UA-Ruhr-weite „City-Scripts“-Kolleg um Prof. Dr. Barbara Buchenau. Das von der Volkswagen Stiftung geförderte Forschungskolleg setzt sich mit dem transatlantischen Industrieerbe auseinander und thematisiert die Wahrnehmung dieses Erbes als Mangel oder Verlust.

Zurück in die Zukunft. Betrachtungen zwischen dem mittelalterlichen Ruhrgebiet, der frühen Neuzeit und der unvollendeten Moderne

Im Themenblock „Historie“ machten der Architekturhistoriker Prof. Dr. Wolfgang Sonne und die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Barbara Welzel von der TU Dortmund den Vorschlag einer integrierten Geschichtsschreibung, die sich nicht nur auf das Industriezeitalter beschränkt, und stellten das auf das Mittelalter zurückgehende kulturelle Erbe der Region als Ressource für Zukunft(snarrative) vor. Das Zukunftsversprechen einer frühneuzeitlichen Residenz und die Fiktion eines Zentrums wurden am Beispiel der bemerkenswert vernetzten Stadt Bückeburg in der Renaissance durch Prof. Dr. Cornelia Jöchner und Johanna Staßen vom Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum erläutert.

Aus New York zugeschaltet referierte Prof. Dr. Martino Stierli über die Fotomontage der Avantgarde und deren Abwendung von historischen Stadtbildern. Er merkt an, dass die Montage nicht nur ein dominantes Prinzip der Moderne sei, sondern auch eine Möglichkeit, über das bewusste Bewegen durch den Raum nachzudenken. Für ihn bildet Montage eine Schlüsselstrategie zur Konstruktion für Bedeutung.

Der Blick nach vorn. Aushandlungen zwischen Ruhr und Emscher: Wir wollen nicht Detroit sein, aber dafür vieles andere.

Der dritte Block „Zukunft“ beschäftigte sich mit den gegenwärtigen Zukunftsvorstellungen für die Metropolen von heute. Die Amerikanistin Dr. Julia Sattler stellte Bezüge zwischen Detroit und Bochum her. Sie verwies auf den Slogan „This is not Detroit“, der im Kontext der Schließung des Bochumer Opelwerks 2014 populär wurde. Der Historiker Prof. Dr. Lucian Hölscher, zu dessen Forschungsgebieten die Geschichte der Zukunft gehört, gab einen Einblick in die „vielen Zukünfte des Ruhrgebiets“. Den roten Faden aufgreifend, stellt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft und des Lippeverbandes, seine Vision für die zukünftige Gestaltung der Region entlang der Emscher vor. In seinem Vortrag bekräftigte Uli Paetzel die Notwendigkeit eines gemeinsamen Narrativs für das Ruhrgebiet. Dieses sollte die vielfältigen kulturellen Facetten und den Wandel der Region aufgreifen, um ein hohes Identifikationspotenzial zu schaffen. Als Beispiel nannte er das Narrativ der grünsten Industrieregion der Welt und betonte: „Das Ruhrgebiet musste dem Wandel begegnen wie keine zweite Metropole in Deutschland. Wir müssen im Standortwettbewerb mit vielen starken Metropolen in Europa mithalten. Als eine Region mit mehreren Zentren haben wir dabei entscheidende Gelegenheiten zur Zusammenarbeit und zur Kompetenzbündelung verpasst.“

Die Metropole Ruhr als gemeinsamer Raum von morgen?

Im Rahmen der Abschlussdiskussion unterstrichen Prof. Dr. Barbara Buchenau, Prof. Dr. Uta Hohn (KoMet), Prof. Dr. Lucian Hölscher und Prof. Dr. Uli Paetzel die Notwendigkeit eines „eigenen“ zukunftsgerichteten Narrativs für die Metropole Ruhr und zeigten Inhalte für eine solche Erzählung auf. „Wir brauchen einen ruhrgebietsweiten Diskurs über Zukunftsthemen wie nachhaltige Infrastruktur, gut ausgebauten Nahverkehr oder sichere Digitalisierung, an dem sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen können – damit die Zukunftsthemen des Reviers endlich angegangen werden“, so Paetzel.

Im Vorfeld dieser Fachtagung fand zwischen 9.00 Uhr und 12.30 Uhr – die Jahresversammlung der KoMet-Wissenschaftler:innen statt.

Die Veranstaltung wurde von der Emschergenossenschaft und der Stiftung Mercator gefördert. Vielen Dank!

2019: 1. KoMet-Tag auf UNESCO-Welterbe Zollverein

Zur Zukunft der Mobilität im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet braucht dringend eine Verkehrswende. Wie sie gelingen kann, wurde auf dem ersten KoMet-Tag des Kompetenzfeldes Metropolenforschung der Universitätsallianz Ruhr am 4. November 2019 auf dem Essener Zollverein-Gelände diskutiert. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Emschergenossenschaft, Stiftung Zollverein, Stiftung Mercator und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr wurden Visionen, innovative Handlungsansätze und gangbare Lösungswege für die aktuellen Herausforderungen aufgezeigt.

Nachdem der Zukunftsforscher Kai Jannek von Z_punkt aus Köln Utopien zur Zukunft der Mobilität präsentierte, wurden von den KoMet-Wissenschaftlern Prof. Dr. Johannes Weyer (TU Do), Prof. Dr. Jochen Gönsch (UDE), Prof. Dr. Michael Roos (RUB) und Prof. Dr. J. Alexander Schmidt (UDE) neue Ideen und Möglichkeiten für das Einläuten der Verkehrswende präsentiert. Gastvorträge von Prof. Dr. Kay Axhausen (ETH Zürich), Felix Hoesch (Kantonsrat Zürich), Prof. Dr. Bert van Wee (TU Delft) und Dr. Thomas Klinger (Goethe-Universität Frankfurt) zeigten wie Mobilität in anderen Regionen funktionieren kann.

Fotos: Uwe Grützner

Anknüpfend an die Vorträge der internen und externen Experten sowie einem Input von Prof. Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft) diskutierten PD Dr. Ani Melkonyan-Gottschalk (Universität Duisburg-Essen), Michael Zyweck (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr), Frank Joneit (Regionalverband Ruhr) und Dr. Andreas Schmidt (DLR) über Perspektiven der Umsetzung neuer, multimodaler und nachhaltiger Konzepte einer „Smart Mobility“ in der Metropole Ruhr. Tagesgäste und Tagungsteilnehmer informierten sich außerdem über Bike-Sharing, E-Tretroller, E-Roller, E-Autos, Lastenräder und aktuelle Forschungsprojekte in einem Ausstellungszelt zur Tagung.Wie sehen erstrebenswerte Zukünfte für Metropolregionen aus? Was ist aus früheren Zukunftsvorstellungen geworden? Und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Narrativ“? Mit Zukunftsvorstellungen für metropolitane Räume befasste sich unter anderem der Chefkurator für Architektur und Design des New Yorker Museums of Modern Art, Prof. Dr. Martino Stierli, im Rahmen der Fachkonferenz „Zukunftsnarrative für Metropolregionen“ am 14. Dezember 2020. Bei der vom Kompetenzfeld Metropolenforschung (KoMet) initiierten und von der Emschergenossenschaft unterstützten Fachkonferenz fokussierten in drei verschiedenen Themenblöcken die Referierenden frühere und aktuelle Vorstellungen einer künftigen Gestaltung des Zusammenlebens in Metropolen. Ca. 180 Teilnehmende nutzten die Möglichkeiten der virtuellen Beteiligung.

Fotos: Uwe Grützner

Diese Konferenz wurde von den KoMet-Kooperationspartnern Emschergenossenschaft, Stiftung Mercator, Stiftung Zollverein und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr unterstützt. Vielen Dank!