10.02.2021

Neues Cluster am ILS zur Erforschung von Ankunftsquartieren

Am Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) in Dortmund hat sich um KoMet-Wissenschaftlerin Dr. Heike Hanhörster ein neues Cluster zu Ankunftsquartieren gebildet. Gemeinsam mit internationalen Partnern analysiert das ILS im Rahmen von drei Studien die Potenziale und Herausforderungen von Ankunftsquartieren am Beispiel der Dortmunder Nordstadt. Gefördert werden die einzelnen Vorhaben durch die Stiftung Mercator, den Economic and Social Research Council und über das EU-Programm Horizon 2020. 


Ankunftsquartiere: Charakteristika und Funktion für die Integration Zugewanderter und den sozialen Zusammen von Stadtgesellschaften (12/2020-10/2021, Stiftung Mercator)

Auf Grundlage einer systematischen Aufbereitung der internationalen Literatur werden Charakteristika von Ankunftsquartieren und spezifische Ausprägungen unterschiedlicher Typen beschrieben. Mit der eigenen empirischen Forschung zu einer Geschäftsstraße in den beiden Fallstudien Dortmund-Nordstadt und London-Newham wird illustriert, welche integrationsfördernden Strukturen Ankunftsquartiere bereithalten, aber auch, welche Herausforderungen sich hier stellen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse fließen ein in Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Zielgruppen und politische Handlungsebenen.

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Arrival Infrastructures and Migrant Newcomers in European Cities (01.03.2021-30.08.2023; gefördert über ESRC, lead: University Coventry, Prof. Dr. Susanne Wessendorf)

Das Projekt untersucht, wie unterschiedliche ankunftsspezifische Infrastrukturen den Zugang von Migrant*innen zu gesellschaftlichen Ressourcen stärken. Ziel ist eine Typisierung verschiedener Arten von Infrastrukturen bezüglich ihrer Wirkungen auf das „Ankommen“ und „Vorankommen“ Zugewanderter. In der Untersuchung werden dabei mit den Fallstudien London, Brüssel und Dortmund unterschiedliche nationale Regimes und sozio-ökonomische Kontexte gegenüberstellt. In Dortmund wird am Beispiel des Bezirks Nordstadt als traditionellem Ankunftsquartier untersucht, welche Rolle lokale Akteure und Einrichtungen in der Integration Neuzugewanderter einnehmen. Der Forschungsprozess wird von Praxisworkshops mit Teilnehmenden aus den drei Fallstudienstädten begleitet, in denen Wirkungsstrategien diskutiert und wechselseitige Lernprozesse angestoßen werden.

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ReROOT - Arrival infrastructures as sites of integration for recent newcomers (01/04/2021-31/07/2025, Horizon 2020, Lead: KU Leuven, Prof. Dr. Karel Arnaut, lokaler Kooperationspartner: Planerladen e.V.)

Das Projekt geht von der These aus, dass jenseits formaler Institutionen ein breitgefächertes Akteurs-Spektrum Unterstützungsstrukturen für Neuzugewanderte bereitstellt. ReROOT widmet sich insbesondere der Rolle bereits zugewanderter etablierter Migrant:innen und deren Mitgestaltung von ankunftsspezifischen Infrastrukturen für Neuzugewanderte. Diese sogenannten „Arrival Brokers“ sind im Quartier bereits aktiv, beispielsweise in Ladenlokalen, Cafés, Frisör-Salons, Vereinen oder religiöse Einrichtungen. Sie bieten damit Möglichkeiten des niederschwelligen Informationstransfers und fungieren als Ansprechpartner:innen für migrationssensible Themen (z.B. Wohnen, Arbeitsmarkt oder Bildungsangebote). In Kooperation mit interdisziplinären Partner:innen werden an neun europäischen Projektstandorten Fallstudien durchgeführt. Ein besonderer Schwerpunkt sind innovative Kartierungstools sowie lokale Plattformen der Vernetzung, die entwickelt und getestet werden.

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